07.03. - 04.04.2021 | Schaufensterausstellung "Under Feminist Construction"

Rund um den Frauenkampftag am 8. März finden dieses Jahr wieder die feministischen Aktionswochen statt. Organisiert wird sie von verschiedenen Gruppen und Initiativen aus Bochum. Unter dem  Motto „Under Feminist Construction“ werden feministische Perspektiven auf Arbeit untersucht – künstlerisch begleitet wird das Programm von einer dezentralen Schaufensterausstellung. An über zehn  Orten werden die Werke von 55 Künstler*innen und Kollektiven für die Bochumer Öffentlichkeit ausgestellt.

 

Das atelier automatique in der Rottstr. 14 präsentiert 12 Positionen, die sich fotografisch, szenisch und filmisch mit dem Thema auseinandersetzen. Zusätzlich gibt es einen Workshop und eine eintägige Residenz.

Magdalena Bernard & Lea Rist
Körperarbeit – es gibt immer was zu tun (2021)
Die Haare am eigenen Körper, ein Ausdruck von persönlicher Entscheidung und Freiheit? Ein scheinbar endloses Projekt. Sie werden zu einem Teil des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Mut und dem Selbstbewusstsein den eigenen Weg zu finden, stellt die Absurdität des Körperwahns in Form von Enthaarungsprodukten in Frage und zweifelt die vorherrschenden ästhetischen Konventionen an.

Johanna Brummack
Man is a man, is a man,... (2017)
Johanna Brummack ist Künstlerin, Aktivistin und Lehrerin mit einem Fokus auf interaktiver Installationskunst und socially engaged art. Man is a man, is a man,... interveniert mit Fotografien von androgynen Charakteren im öffentlichen Raum. Die auf den ersten Blick wie Werbeplakate anmutenden Bilder, entziehen sich binären Zuschreibungen: ein Gegenentwurf zu heteronormativen Vorstellungen von Geschlecht und Begehren.

Yasmin Fahbod
WIP - der 4. Versuch (2020)
Work in progress ist eine Reihe von Versuchen. Sie begann 2010, beim zweiten und dritten Versuch (2017 & 2018), wurden jeweils ein oder zwei Elemente der vorherigen Versuche geliehen. WIP - der 4. Versuch ist eine performative Forschung über die Körperkonturen, die der Tschador (ein Hijab Element aus dem Iran) für weiblich gelesene Körper (um)definiert.

Frauenbibliothek LIESELLE der RUB
Arbeit und Aktivismus im Archiv sichtbar machen
1978 wurde das Frauenarchiv an der RUB (heute LIESELLE) als autonomes FrauenLesbenprojekt gegründet. Bis heute sammelt es Zeitschriften, Bücher und Graue Materialien zu feministischen Themen. Der Beitrag stellt anhand von Archivmaterialien Aspekte der oft unsichtbaren Archivarbeit vor. Greifbar wird die frühe Bibliotheksarbeit anhand eines Zettelkastens, in dem die Bestände auf Karteikarten erfasst wurden.

Alicia Kremser
Sky Train (2021)
Die Arbeit zeigt Portraits, die intime Momente des Loslassens und der Grenzenlosigkeit während des Lockdowns repräsentieren. Die Perspektive ist ebenso ungewohnt wie vertraut, jedoch bekannt eher aus Abbildungen von Männern in Führungspositionen oder Statuen. Statt höherstehend dargestellter Männer sind starke junge Frauen zu sehen. Ihre Posen stellen nicht etwa Kontrolle und Macht dar, sondern Freiheit und Unabhängigkeit.

MESSY ARCHIVE GROUP
Drama heute, Donnerstag, in der Fabrik. (2021)
Die MESSY ARCHIVE GROUP ist ein loser, verbindlicher Zusammenschluss, der sich mit dem Wiederauflegen unbekannterer Texten aus und um einen feministischen Kanon beschäftigt. Derzeit arbeiten wir mit Schriften von Simone Weil. Uns berührt dieser Text, weil wir Simone Weil vermissen. Uns fehlen ihre Gedanken zu den Arbeitsverhältnissen, in den wir uns jetzt befinden. Lies ihr Fabriktagebuch mit 3 Personen in verteilten Rollen.

Roberta Mestieri
Frauen-Eindrücke & Cittá delle Donne (2019)
Die kleinen Bilder, die in einem manuellen Holzschnitt mit Öl gemacht wurden, untersuchen den Druck auf das Weibliche. Ein Körper in einer Situation der Verlassenheit wurde auf unterschiedliche Weisen reproduziert, unter denen man misogyne Sätze, Eindrücke und Ängste lesen kann. Die zerbrechlichen kleinen Tonfiguren zeigen generische weibliche Attribute, aber wenig Identität.

Maria Reneé Morales Garcia
Ohne Titel (2021)
Meine künstlerische Arbeit lebt durch Text Installationen oder Performances und basiert auf Grundlagen des intersektionalen Feminismus; durch das collective healing von Generationen, die Traumata und Unterdrückung erleben mussten, durch das Freikämpfen von unserer misogynen und Cis- & heteronormativen patriarchatischen Gesellschaft und durch die Dekolonisierung unserer Körper/Territorien.

Julia Nitschke
Angreifen - ein Übersetzungsprozess (2020)
Im dem Gedicht geht es um mehrere Übersetzungsloops, um die verschiedenen Bereiche von CareArbeit sichtbar zu machen, mithilfe eines Basilikums. Nitschke ist Performancekünstlerin aus Bochum und realisiert mit ihrem Orakelkollektiv Meine Wunschdomain Performances mit Careanspruch. Mit ihrem Kollektiv stonekollektiv setzt sie sich mit tagesaktueller Politik & Deutschlands Vergangenheit auseinander.

Franziska Peter
CIRCLE (2020)
CIRCLE zeigt Silhouetten von Frauen bei verschiedenen Tätigkeiten im Haushalt und würdigt die größtenteils der Frau auferlegte und sich im fortwährenden Kreislauf stetig wiederholende Hausarbeit. Gleichzeitig soll die Arbeit Fragen zu Geschlechterbildern und der Verteilung und Wertschätzung von häuslicher Arbeit aufwerfen.

Christina Stark
galerie asterisk * (2020)
Die Entscheidung für Geburt und Sorge fällt in die Zeit, die wesentlich für die künstlerische Karriere ist. Der Kunstbetrieb reagiert in der Regel mit Ausschluss auf Lücken und Brüche in der künstlerischen Vita. galerie asterisk * interveniert. Als Künstlerin und Linguistin untersucht Christina Stark verschiedene Formen geäußerter Sprache und sprachlichen Handelns.

Ginny Wolf
Blow Me Up, Licensed Tech Shop, Stop Fucking Catcalling Me (2021)
Ginny Sol ist ein*e POC Künstler* in aus dem Bergischen Land und studiert Kommunikationsdesign an der Peter Behrens School of Arts. Aufgrund ihres eigenen Engagements als Umwelt und feministische Aktivistin konzentrieren sich ihre Arbeiten auf Themen wie queere Identität, Diskriminierung, Sexismus, Faschismus und die aktuelle Klimakrise. Sie arbeitet hauptsächlich mit analogen sowie digitalen Collagen.

STERNA | PAU produktionen
in Kooperation mit Lisa Passing (Heart of Code)
katharsis.lol
katharsis.lol ist ein online-Werkzeug für das kollektive Verfassen von Texten. Gemeinsam mit einem Bot sollen neue Geschichten, Fragmente und Theatertexte entstehen um dem von alten weißen Männern dominierten Kanon mit diverser Autor*innenschaft entgegenzutreten.

Schreibsession für FLINT zum Thema Arbeit & Feminismus am 14.03.2021, 18.00. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


In der eintägigen Residenz entwickeln die Schauspielerinnen Nadja Bruder und Clara Schwinning ihr Projekt Ophelia“ weiter, das sie als Abschlussarbeit in dem Studiengang Physical Theatre der Folkwang UdK erarbeitet haben. Sie fragen: Was ist emotionale Arbeit für uns und warum tun wir sie sogar meistens gerne? Die beiden, auch bekannt als das Kollektiv Wilhelm & Stumpf, suchen performativ den Ursprung von Fürsorge und des Bügelns.

Die Frage, was als Arbeit gesehen wird, ist schon lange eine zentrale Frage feministischer Auseinandersetzungen. Die Schaufensterausstellung will dieses Thema künstlerisch begleiten und feministische Perspektiven auf Arbeit in den öffentlichen Raum tragen.

Entsprechend finden sich auch hier Dehnungen, Kreuzungen und Hinterfragungen des Arbeitsbegriffs. Ein zweiter oder dritter Blick durch die Glasscheibe lohnt sich!

Begleitend wird es einen Audiowalk geben, der Interessierte ab dem Startpunkt Alsenwohnzimmer auf der Alsenstraße zu einem Spaziergang an die Ausstellungsorte einlädt, ebenso wie ein Ausstellungsmagazin, das die Künstler*innen und ihre Werke vorstellt.

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